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ST. GALLER TAGBLATT vom 19.2.07 Hugo Berger
Chris & Mike rissen das Publikum im Kulturforum von den Stühlen Auf der Bühne zwei Pianos, dahinter das Schlagzeug, blaues, verheissungsvolles Licht, dann Dunkelheit. Eine angenehme Lautsprecherstimme begrüsst das zahlreiche Publikum. «Lehnen Sie sich zurück und geniessen Sie.» Dann geht es auch schon richtig los – und aus dem Zurücklehnen wird nichts, denn die rasante Musik der beiden Tastenakrobaten aus dem Zürcher Oberland lässt niemanden mehr ruhig sitzen. Nach wenigen Minuten sind Chris und Mike nassgeschwitzt, und das Publikum – vom Kind bis zum Senior – lässt sich von den musikalischen Kapriolen wegtragen, wippt und klatscht begeistert mit. Musikalische Feuerwerke In rasantem Tempo huschten die Finger über die Tasten. Und dachte der Zuschauer, der Höhepunkt des Feuerwerks sei erreicht, legten die beiden noch einen Zacken dazu. Chris, der als seine Hobbies Pianospielen und Zähneputzen angibt, beweist sich zudem als passabler Sänger. Er ist auch der Sprecher der beiden. Hat er auch das Sagen in der Band? «Nein, wir teilen uns die Aufgaben», ist nach dem Konzert zu erfahren. Chris ist für die Kommunikation zuständig, Mike für das Musikalische. Zur Band gehören der Gitarrist Mexx Wuhrmann und der Schlagzeuger Fredi Hofmann, der in einem Solo bewies, dass er mit dem Tempo der Pianisten mithalten kann. Begeisterung lösten auch die Einlagen von Mike mit der Mundharmonika aus. «Wollt ihr noch ein kleines Stück hören?» fragte Chris die Zuhörer nach der erklatschten Zugabe. – Und noch einmal legte die Band richtig los. Das Publikum dankte es ihr mit Standing Ovations. Zum zweiten Mal in Amriswil Chris und Mike traten bereits vor zwei Jahren im Kulturforum Amriswil auf. «Damals spielten wir vor allem Boogie und Woogie. Inzwischen haben wir das Programm mit Soul, Pop und Rock erweitert», so Mike Keller. Die Showkarriere starteten die erfolgreichen Brüder vor 15 Jahren. Seitdem haben sie unzählige Auftritte, auch im Fernsehen, bestritten. 1993 gewannen sie den Kleinen Prix Walo in der Sparte «Beste Nachwuchsband der Schweiz».
1.7 Tonnen Kraft Sie sehen nach dem Konzert ziemlich erschöpft aus. Wie anstrengend war es? Chris: Es ist mit dem Spitzensport zu vergleichen. Jemand hat ausgerechnet, dass wir, wenn wir einen Boogie spielen, 1,7 Tonnen Gewicht auf die Taste drücken. Das Publikum dankte es mit Standing Ovations. Was bedeutet dies Ihnen? Chris: Sehr viel. Es geschieht zwar fast bei jedem Auftritt, dennoch erfüllt es uns jedes Mal mit Stolz und Freude. Wo haben Sie Ihren grössten und wo den kleinsten Auftritt bestritten? Mike: Vor zwei Jahren traten wir im neuen Hallenstadion in Zürich vor 2000 Leuten auf. Der kleinste Auftritt war auf einem Rheinschiff. Wir sassen mit zwei kleinen Klavieren am Bug. Zwischen uns und den Gästen – es waren um die 20 Leute – standen der Kapitän und davor ein Mann am Grill. (hub)
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