chris and mike
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TAGESANZEIGER vom 24.11.07 
Von Melanie Pfändler

Die Boogie-Musiker Chris & Mike besannen sich am Donnerstag auf ihre Oberländer Wurzeln und zeigten in Illnau ihr neues Programm «Nightlive»

Illnau.- Falls am Montagmorgen an der Migros-Kasse plötzlich jemand beginnen sollte, beherzt einen Rhythmus zu stampfen, wäre dies vermutlich Chris & Mike Keller zuzuschreiben. Die echten, musikalischen Brüder animierten ihr Publikum am Donnerstagabend im Illnauer Hopp de Bäse wiederholt zum Mitmachen und forderten es auf, den Groove bis zum montäglichen Einkauf aufrechtzuerhalten. Mit Erfolg: Die Stimmung im rustikalen Tanzlokal war schon ab dem ersten Lied ausgelassen. «Letzten Monat sind wir in Effretikon vor 600 Leuten aufgetreten. Der heutige Abend ist um einiges intimer», meinte Chris Keller, die ältere Hälfte des Duos, vor dem Auftritt. «Wir werden uns mit dem Entertainment dementsprechend etwas zurückhalten».

Blindes Einverständnis
Dieses Vorhaben der Zurückhaltung wurde nur teilweise umgesetzt. Chris & Mike boten ein Konzert auf hohem Chris & MikeNiveau und unterhielten das Publikum mit witzigen Showeinlagen und Indiskretionen aus dem Privatleben ihres Gitarristen (Mexx Wuhrmann). Dieser unterstützt das in Wetzikon aufgewachsene Duo gemeinsam mit einem Schlagzeuger (Fredi Hofmann). Auftritte mit mehr als zehn Backgroundmusikern sind jedoch auch keine Seltenheit. «Wir suchen die Abwechslung und lassen uns immer wieder neue Variationen einfallen, damit es auch für uns persönlich spannend bleibt», so Chris Keller. Ein Auftritt als Solokünstler sei hingegen völlig undenkbar. Nach rund 1500 Shows in der ganzen Schweiz sind die beiden ein eingespieltes Team. «Mike und ich verständigen uns blind. Ich brauche ihn nicht einmal anzusehen und weiss, was als nächstes geschehen wird.»

Vier fliegende Hände
Bester Beweis ist das vierhändige Klavierspiel, eines der Hightlights des Abends. Die Nummer gründet auf der Tatsache, dass den Brüdern in ihrer Kindheit nur ein Klavier zur Verfügung stand. Ihre Spielkunst hat offensichtlich nicht darunter gelitten: Das rasante Tempo und das musikalische Spektrum waren bemerkenswert. Von klasssischem Chris & MikeBoogie Woogie, über Blues und Rock'n'Roll bis hin zu folkig angehauchten Melodien - Chris & Mike verlangten ihren 176 Tasten alles ab. «Wir brauchen jedes Jahr ein neues Klavier, länger macht kein Instrument mit», lacht Ersterer. Tatsächlich leisteten die beiden körperliche Schwerstarbeit und kamen durch ihr intensives Spiel tüchtig ins Schwitzen.

Sprung über die Grenzen
Neben ihren eigenen Songs gaben sie auch Covers einiger berühmter Lieder zum Besten. «Eternety», ein romantischer Kassenschlager von Popstar Robbie Williams, liess die Paare im Zuschauerraum deutlich näher zusammenrücken und «House of the Rising Sun» entführte das Publikum minutenlang in eine verrauchte Jazz-Spelunke in News Orleans.
Chris & Mike planen ihrerseits einen realien Schritt über die Grenzen: Nach privaten Konzerten im Zürcher Hallendstadion, in Eventsälen des Stade de Suisse und im Kursaal Casino Bern wird nun das nähere Ausland in Angriff genommen. Chris Keller ist optimistisch: «Wir sind nun seit 16 Jahren erfolgreich unterwegs. Jedes Jahr haben wir eine Stufe mehr erklommen - genau in diesem Sinne soll es weitergehen.»

 
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